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Interview mit dem Muff Potter-Sänger Nagel über die neue CD „Gute Aussicht“ – Gewinnt Hörbücher und Konzertkarten
Thorsten Nagelschmidt, genannt „Nagel“, ist kein typischer Rocksänger. Mit seiner Band Muff Potter liefert er zu brachialem Sound und mit rotziger Stimme auch mal Songs über die Freuden des Bücherlesens. So zu hören auf ihrer gestern veröffentlichten Platte „Gute Aussicht“. Das Tour-Leben einer Punk-Rock-Band hat Nagel eindrucksvoll in seinem Roman „Wo die wilden Maden graben“ beschrieben. Wir verlosen die Hörbuch-Version und Karten für das Konzert am 22. April im Erlanger E-Werk.
Um Songs für die neue Platte zu schreiben, habt ihr euch in Ferienhäuser aufs Land zurückgezogen. Warum? Nagel: Dort können wir sehr konzentriert arbeiten und auch mal um zwei Uhr in der Nacht noch eine Song-Idee ausprobieren. Wir waren je fünf Tage in Haren im Emsland und in Mehlsdorf im Spreewald.
Eure neue Platte klingt sehr energiegeladen. Wie bringt man so viel Energie auf eine CD? Nagel: Durch eine Live-Aufnahme. Wir standen alle zusammen in einem Raum, auch Schlagzeug und Verstärker. Dadurch ist immer alles auf allen Mikros. Das ist natürlich viel anfälliger für Fehler, aber eben auch viel lebendiger.
Wie wirkt es sich auf die Band aus, dass du von Münster nach Berlin gezogen bist? Nagel: Jetzt ist es viel intensiver, wenn wir uns sehen. Das ist wie bei einem alten Ehepaar, das sich zu sehr aneinander gewöhnt hat. Da kann es belebend sein, wenn mal eine räumliche Trennung stattfindet.
Wie war es denn zuvor? Nagel: Früher haben wir teilweise fünfmal in der Woche geprobt. Da sind wir aber oft nur dagesessen, haben Bier getrunken und geredet. Dann haben wir noch ein Lied gespielt und sind heimgegangen – was natürlich auch schön sein kann.
Worin siehst du denn deine Aufgabe als Künstler? Nagel: Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt, nehme auf, was ich sehe, und drücke das in meiner eigenen Sprache möglichst pointiert aus. Als Künstler will ich einen eigenen Stil finden, eine Aussage zu treffen. Dabei singe ich immer über das, was mir gerade am Herzen liegt.
Wie ist denn zum Beispiel der Text zu „Niemand will den Hund begraben entstanden“? Nagel: Der ist komplett inspiriert von der Gegend um Mehlsdorf. Die Zeile „Niemand will mehr Rüben ernten“ ist ein Ausdruck, der wahrscheinlich noch nie gesungen wurde. Das ist es, was mich reizt! Der Song enthält aber auch Widersprüche. In die Stadt zu gehen, um ein unbezahltes Praktikum zu machen, kann man nicht mehr uneingeschränkt gut finden. In deinem Roman schilderst du, wie ihr auf Tour zu fünft und mit Gitarren auf den Knien im Auto sitzt. Wie sieht das heute aus? Nagel: Deutlich luxuriöser. Ich persönlich mag aber die Nightliner-Busse überhaupt nicht. Ich finde es nicht schön, in so einem sargähnlichen Ding zu schlafen.
Ihr habt schon etliche Touren hinter euch. Warum ist es immer noch die Mühe wert? Nagel: Wegen des Konzerts, den 90 Minuten, die man auf der Bühne steht. Wenn die gut waren, dann war alles gut. Im besten Falle entsteht so etwas wie Magie, ein Moment, den man nicht archivieren kann. Das sind die Momente, nach denen man jagt.
Und die gibt es immer noch? Nagel: Ja, auf der neuen Tour zum Beispiel. Da sagen wir dann: Wow, wir spielen „Rave Is Not Rave“ zum ersten Mal live! Hoffentlich kriegen wir das hin, hoffentlich kommt das Lied gut an. Wir haben aber einen gewissen Standard, unter den wir nicht sacken wollen. Früher gab‘s auch desaströse Konzerte. Heute sollte es schon mindestens gut sein. Damit lege ich die Messlatte für Erlangen aber schon sehr hoch (lacht).
Wie konntest du eigentlich Ärzte-Sänger Farin Urlaub und Tatort-Kommissar Axel Prahl davon überzeugen, dein Hörbuch zu sprechen? Nagel: Axel Prahl hat im „Alles nur geklaut“-Video mitgespielt. Farin Urlaub hat uns letztes Jahr eingeladen, die Ärzte-Tour zu supporten. Ich wollte eigentlich nur einen Gastsprecher – aber beide haben zugesagt! Das sind tolle Typen, tolle Charaktere mit tollen Stimmen, die noch nicht dreißig Hörbücher aufgesagt haben. Das macht es zu etwas Besonderem. Interview: MARTIN MÜLLER
Damit auch ihr magische Momente erlebt, verlosen wir fünf Hörbücher zu Nagels Roman im Paket mit fünf Karten für das Muff Potter-Konzert in Erlangen. Wer gewinnen möchte, mailt bis Dienstag, 21. April, an
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(Telefonnummer angeben!) und beantwortet die Preisfrage: Nach wem haben sich Muff Potter benannt?
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