LaFee: „Ich bin nicht das kleine Küken" PDF Drucken

Die 18-jährige LaFee ist bekannt für ihr laszives Auftreten. Über ihre Outfits entscheidet sie selbst — und fliegt dafür zum Shoppen in andere Länder. Foto: PRDie 18-Jährige spricht darüber, wie das Leben in der Öffentlichkeit sie verändert hat

LaFee – so süß wie ihr Künstlername kommt die 18-jährige Christina Klein meistens nicht daher. Mit 13 Jahren wurde sie entdeckt, mit 15 kam der erste Hit. Nun, mit 18, präsentiert die selbstbewusste Sängerin ihr drittes deutschsprachiges Album „Ring frei“. Auf ihrer aktuellen Tour kommt sie am 19. Mai auch nach Erlangen. Vor dem Tourstart hat unsere Mitarbeiterin Alessandra Brüchner (16) LaFee interviewt. Am Telefon hat die Künstlerin verraten, warum sie manchmal so gar nicht feenhafte Wörter wie „Scheiß Liebe“ benutzt.

Dein neuer Song heißt „Scheiß Liebe“. Hast du selbst eine schlechte Erfahrung gemacht, dass du so einen Song schreibst?
LaFee: Ja, ich habe eine schlechte Erfahrung gemacht, die mir ziemlich weh getan hat. Aber ich bin dadurch gewachsen. Und hinterher dachte ich mir: Wisst ihr was? Ich mache einen Song über Liebeskummer, um mir den Frust von der Seele zu singen.

Hast du den Song selbst geschrieben?
LaFee: Natürlich! Das kann ja keiner für mich übernehmen. Meine Erfahrung kann schließlich keiner außer mir in Worte fassen.

Anfang des Jahres hast du dein neues Album „Ring frei“ veröffentlicht. Wie läuft die Promotion?
LaFee: Puh, da gibt’s echt viel zu tun. Heute zum Beispiel gebe ich den ganzen Tag Telefoninterviews. Aber das macht mir Spaß, ich quatsche einfach gern! Ich promote mich ja selbst, seit ich den Namen LaFee trage. Und obwohl ich erst 18 bin, fühle ich mich schon wie ein alter Hase im Geschäft. Bei meiner ersten Tour war ich gerade 16 geworden – also noch ein Küken!

Stimmt. Wie war es, so jung plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen?
LaFee: Das ging ja nicht von heute auf morgen. Wir hatten etwa eineinhalb Jahre Vorproduktion. Irgendwann saß ich mit meinen Eltern dann am Küchentisch und wir mussten entscheiden: Gehen wir in die Öffentlichkeit oder nicht?

Und deine Eltern haben dich gleich unterstützt?
LaFee: Naja, als ich mit der Idee kam, meinten sie schon, ich sei ein bisschen verrückt. Aber sie haben mir von Anfang an extrem viel Rückhalt gegeben. Ist ja logisch: Wenn man als Tochter einen Traum hat, sagen die Eltern nicht nein. Sie können ihrem Kind diese Chance einfach nicht vorenthalten. Allerdings haben meine Eltern von Anfang an darauf bestanden, dass ich die Schule fertig mache. Und 2007 habe ich dann meinen Hauptschulabschluss geschafft.

Wie hast du alles unter einen Hut gekriegt: Musik, Schule, Freunde?
LaFee: Ich habe da ganz klare Prioritäten gesetzt: Schule und Arbeit gingen vor, das musste klappen. Die Freunde kamen danach. Allerdings blieb für sie oft keine Zeit, ich hatte lange Zeit keinen Kontakt zu ihnen.

Und wie ist das heute?
LaFee: Inzwischen kann ich das besser vereinbaren. Aber ich will noch oft meine Ruhe. Nach der Arbeit bin ich meist viel zu kaputt, um Freunde zu treffen. Das sage ich ihnen auch ganz ehrlich. Ich habe nämlich gelernt: Wichtig ist vor allem, dass es mir gut geht.

Du bist vor ein paar Monaten 18 geworden. Wie hast du deinen Geburtstag gefeiert - nur für dich?
LaFee: Nein, den Geburtstag habe ich mit meiner Familie, mit engen Freunden und meinem Management gefeiert - nur Leute, die mir wirklich wichtig sind. Wir waren ein kleiner Kreis und haben einen schönen Abend in einem netten Club verbracht.

Meinst du eigentlich, dass du dich über die Jahre verändert hast?
LaFee: Ja, total. Ich bin viel selbstbewusster geworden und versuche, immer die Hosen anzuhaben. Ich kann nicht das kleine Ding sein, das zu allem „Ja und Amen“ sagt. Irgendwann kommt die Zeit, da muss man lernen, sich selbst einen Arschtritt zu geben.

Apropos Selbstbestimmung: Wer bestimmt eigentlich dein Styling?
LaFee: Das entscheide ich komplett selbst. Am Anfang haben das manchmal andere für mich vorgegeben, aber inzwischen lasse ich mir da nicht mehr reinreden. Um meine Outfits zu bekommen, fliege ich in verschiedene Länder zum Shoppen. Es gibt mir ein unheimlich gutes Gefühl, selbstständig zu sein. Außerdem weiß ich am besten, was mir gefällt und was mir steht.

Eine letzte Frage: Hast du eigentlich Vorbilder?
LaFee: Vom Gesanglichen her nicht. Ich finde zwar Xavier Naidoo toll – er ist ein großartiger Künstler –, aber als Vorbild würde ich ihn nicht bezeichnen. Meine Vorbilder sind meine Eltern – sie sind tolle Menschen, die immer für mich da sind. Ich finde, jeder sollte seine Eltern zum Vorbild haben.

Und damit ist meine Viertelstunde Telefoninterview mit LaFee vorbei. Vor anderthalb Jahren hat sie schon mal in einem Interview für die Nürnberger Nachrichten einer 17-Jährigen Rede und Antwort gestanden. Wenn ich es damit vergleiche, scheint die mittlerweile 18-Jährige sehr viel tougher geworden zu sein. Sie weiß genau, was sie wem erzählen und wie sie sich geben will. So kann das Künstlerleben einen verändern...

ALESSANDRA BRÜCHNER

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